Die Anmaßung des Großen Bruders
Veröffentlicht am 31. August 2026
Robert Lessmann || Anfang 2026 bombardierten die USA Venezuela und entführten Staatschef Nicolás Maduro. Dessen Nachfolgerin Delcy Rodríguez kooperiert seitdem eng mit der US-Regierung unter Donald Trump. Doch es geht nicht nur um Venezuela und seine Rohstoffe. Als Imperium mit schwindender Hegemonie wollen die USA die gesamte Region in die klassische Hinterhofrolle zurückdrängen.
Xenophobie und Rassismus gegen venezolanische Kinder im lateinamerikanischen Exil
Veröffentlicht am 18. August 2026
Von Jürgen Schübelin || Im größten Exodus in der Geschichte Lateinamerikas haben Venezuela seit 2013 9,1 Millionen Menschen verlassen – ein Viertel der Bevölkerung, 30 Prozent von ihnen Kinder. Die Angst um ihre Sicherheit war einer der wichtigsten Fluchtgründe. Der Autor sprach mit venezolanischen Kindern und ihren Müttern in vier Ländern über ihren schwierigen Kampf um ein Stück würde und Sicherheit in einem teils feindseligen neuen Umfeld.
Kurswechsel oder Kollaps?
Veröffentlicht am 3. August 2026
Robert Lessmann || Katastrophensommer 2026. Die Welt, aber besonders Südamerika, steuert auf einen Rekord-El Niño zu. Während sich in den Alpen Murenabgänge häufen, warnen Landwirte vor Missernten. Es fehlt an Wasser. Die Binnenschifffahrt kommt zum Erliegen, Kraftwerke müssen abgeschaltet werden, Böden trocknen aus. Allerorten brennen Wälder. Doch nach wie vor bremst die Politik bei der Klimapolitik und ignoriert dabei das Risiko eines – durch entschlossenes Handeln vermeidbaren – Zusammenbruchs.
Kaum Licht an Boliviens Horizont
Veröffentlicht am 26. Juni 2026
Von Robert Lessmann || Nach dem Wahlsieg von Rodrigo Paz Pereira in Bolivien und dem von Antonio Kast in Chile folgte mit Abelardo De La Espriella in Kolumbien der nächste Rückschlag für die Linke in Lateinamerika. Kein Wunder also, dass manche von einer Wende träumten, als vor einigen Wochen soziale Organisationen zum Sturm auf den Regierungssitz in La Paz ansetzten. Inzwischen hat freilich Ernüchterung eingesetzt.
„In Minor Keys“: Lateinamerika auf der 61. Biennale in Venedig
Veröffentlicht am 27. Mai 2026
Von Robert Lessmann || In Moll – oder „in gedämpften Tönen“ – lautet das Motto der 61. Kunstbiennale in Venedig. Das gilt diesmal sicherlich für die lateinamerikanischen Präsentationen dort. Ansonsten war die Eröffnung von schrillen Auseinandersetzungen um die Beteiligung Russlands und Israels überschattet, die vor dem Hintergrund des Kulturkampfes zwischen liberalen und progressiven Kulturschaffenden und der Regierung Meloni stattfanden.
Chile: Kreuzzug gegen die Erinnerung an Pinochets Verbrechen
Veröffentlicht am 19. Mai 2026
Von Jürgen Schübelin || Seit etwas mehr als zwei Monaten ist die neue chilenische Regierung unter José Antonio Kast (60) von der – auch in chilenischen Medien als offen rechtsextrem bezeichneten – Republikanischen Partei Chiles (PRCh) an der Macht. Die Euphorie, mit der seine Anhänger:innen am 14. Dezember 2025 bei den Stichwahlen für das Präsidentenamt den Sieg Kasts über die Kandidatin des Mitte-Links-Lagers, Jeannette Jara, gefeiert hatten, ist inzwischen gründlich verflogen: Laut einer Umfrage von Anfang Mai können nur noch 29 Prozent der Interviewten Kasts Amtsführung etwas Positives abgewinnen.
Kolumbianische Stimme gegen das Vergessen
Veröffentlicht am 9. April 2026
Hermann Klosius || „An einem Seitenarm des Río Magdalena“, der Debutroman der kolumbianischen Autorin Marbel Sandoval Ordóñez, ist 2025 bei bahoe books erschienen. Ein von kolumbianischen Paramilitärs und Armeeangehörigen im Jänner 1984 verübtes Massaker, mit dem sie als junge Reporterin befasst war, bildet den realen Hintergrund des Romans.
Drogenkontrolle und Weltpolitik
Veröffentlicht am 7. April 2026
Von Robert Lessmann || Das militärische Vorgehen Washingtons gegen angebliche Drogenboote und die Entführung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro unter dem Vorwand der Drogenbekämpfung brachten den Drogenkrieg zurück und ließen ihn eine neue Dimension gewinnen. Die 69. UN Commission on Narcotic Drugs (CND, 9.–13. März 2026) stellte eine Gelegenheit dar, diese und die aktuelle Bedeutung des Themas Drogenkontrolle für die internationale Politik zu reflektieren.








