rezensionen

Kolumbianische Stimme gegen das Vergessen

Hermann Klosius || „An einem Seitenarm des Río Magdalena“, der Debutroman der kolumbianischen Autorin Marbel Sandoval Ordóñez, ist 2025 bei bahoe books erschienen. Ein von kolumbianischen Paramilitärs und Armeeangehörigen im Jänner 1984 verübtes Massaker, mit dem sie als junge Reporterin befasst war, bildet den realen Hintergrund des Romans.
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Die politische Rechte in Lateinamerika

Robert Lessmann || Figuren wie Jair Bolsonaro in Brasilien, Javier Milei in Argentinien, Nayib Bukele in El Salvador oder José Antonio Kast in Chile stehen für das Erstarken der Rechten in Lateinamerika. Der Band untersucht Charakteristika und Ausprägungen rechter Kräfte in Politik und Gesellschaft, Opposition und Regierung und analysiert Ursachen, Hintergründe und Folgen ihres politischen Erfolgs. Die Beiträge behandeln übergreifende Fragen zur Abgrenzung von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, zum Verhältnis der Rechten zur Demokratie sowie zur Rolle von Antifeminismus, Religion und transnationalen Netzwerken. Länderkapitel vertiefen dies am Beispiel von Argentinien, Brasilien, El Salvador und Kolumbien.
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Abseits von Krieg und Gewalt

Christina Buczko || Wir leben in einer Welt des Umbruchs, den Fabian Scheidler als Zusammenspiel dreier ineinandergreifender Prozesse charakterisiert: ein geopolitischer Übergang und ein Ende der alten westlichen Hegemonie, der innere Zerfall der ökonomischen, politischen und weltanschaulichen Grundlagen der westlichen Gesellschaften sowie die massive Gefährdung unseres Planeten (S. 12). Und wir befinden uns aktuell in einem permanent über uns hereinbrechenden Krieg(szustand). Militarisierung und Aufrüstung sind wieder en vogue. Dieser Befund bildet den Ausgangspunkt für sein neuestes Buch.
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Chile vor der Rückkehr der Mumien?

Von Erhard Stackl || Alarmstimmung unter chilenischen Demokrat:innen: Bei den kommenden Präsidentschaftswahlen droht ein Sieg unverbesserlicher Verehrer Augusto Pinochets. Zwei neue Bücher beleuchten das Verhältnis seines 1990 beendeten Gewaltregimes zu den nach 1945 ins Land gekommenen Nazi-Kriegsverbrechern und werfen Fragen auf, über die im aktuellen Wahlkampf heftig polemisiert wird.
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Vom Wahnsinn der Gewalt

Hermann Klosius || Mit dem Roman „Vivir abajo“ machte der peruanische Autor Gustavo Faverón Patriau 2018 international auf sich aufmerksam, blieb aber im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt. Im Sommer ist nun im Grazer Droschl-Verlag mit „Unten leben“ – in der Übersetzung von Manfred Gmeiner – das erste Buch dieses Autors auf Deutsch erschienen und wurde von der Kritik als „Meilenstein der lateinamerikanischen Literatur des 21. Jahrhunderts“ gewürdigt.
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Tango hitlerista oder: Ein Einfallstor für Kriegsverbrecher

Von Erhard Stackl || Wie es den nach 1945 in Lateinamerika untergetauchten Nazis ergangen ist, wer ihnen dort geholfen hat und wie sich ihre Anwesenheit auf die betroffenen Gesellschaften auswirkte, fand im Frühjahr 2022 im Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien ein international besetzter Workshop statt. Darauf beruhend ist 2024 ein knapp 300 Seiten umfassendes Buch in englischer Sprache erschienen, dessen Inhalt in diesem Beitrag ausführlich vorgestellt und kommentiert wird.
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Alte Augen mit Blick auf die Zukunft

Von Jürgen Schübelin || Dem ehemaligen mexikanischen Studentenführer, Aktivisten und Dokumentarfilmer Saúl Alvídrez ist ein echtes Kunststück gelungen: Noam Chomsky (Jahrgang 1928) und José (Pepe) Mujica (geb. 1935, verstorben am 13. Mai 2025), die sich bis dahin nie getroffen hatten, zusammenzubringen, um drei intensive Tage lang über die brennendsten Fragen der Menschheit und Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren.
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