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lateinamerika anders Nr. 4* Dez. 2022

(Über)leben mit der Gewalt

Lateinamerika gilt als eine der gewalttätigsten Regionen der Welt. Zu recht, wenn man die Opferzahlen betrachtet. Zwar hat es seit der Unabhängigkeit nur relativ wenige grenzüberschreitende Kriege gegeben, doch leben einige Staaten in nahezu permanentem Bürgerkrieg. Und die Formen institutioneller Gewalt, die auf mehr oder weniger subtile Art bestehende Machtverhältnisse absichern, haben die Gesellschaften zwischen Río Bravo und Magellanstraße seit Generationen fest im Griff. Wirtschaftliche Eliten, die sich in ihrer zerstörerischen Lebens- und Arbeitsweise weder von der Moral, noch von der Klimakatastrophe beeindrucken lassen, wissen das staatliche Gewaltmonopol auf ihrer Seite. Menschen, die sich Megaprojekten, der Ausbeutung von Rohstoffen, Landraub […]

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Mitteilung der Redaktion

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Nach langem innerredaktionellem Ringen haben wir einen Entschluss gefasst, der wohl auch bei einigen unserer langjährigen Abonnent:innen Wehmut auslösen wird. Sie halten mit dieser Ausgabe die vorläufig letzte Nummer von lateinamerika anders in gedruckter Form in Händen. Wir wollen ab dem kommenden Jahr die Veröffentlichung unserer Inhalte auf die – noch aufzurüstende – Website (https://lateinamerika-anders.org) beschränken.

Die Gründe lassen sich in drei wesentlichen Punkten wiedergeben:

  • Es ist uns nicht gelungen, einen Generationenwechsel in der Redaktion einzuleiten. Viele jüngere Interessent:innen gaben nur ein kurzes Gastspiel. Interessante Gastbeiträge zu erhalten, ist nicht das Problem, aber das unerlässliche Kernteam ist über die letzten Jahre geschrumpft.
  • Wie bei jedem Zeitschriftenprojekt gibt es einen natürlichen Abgang von Abonnent:innen von plus/minus zehn Prozent pro Jahr. Gewöhnlich wird dies mit Marketinganstrengungen zwecks Gewinnung neuer Leser:innen ausgeglichen. Wir konnten eine solche Offensive zuletzt 2014 (erfolgreich) mit Hilfe von Spenden durchführen. Allein uns fehlen die finanziellen Mittel, um regelmäßig Initiativen zu setzen, und das, obwohl sämtliche Autor:innen teilweise schon seit Jahrzehnten ihre Beiträge unentgeltlich zur Verfügung stellen.
  • Sinkende Aboeinnahmen, steigende Produktionskosten (Papier, Druckerei) in Kombination mit der Unsicherheit bezüglich der geplanten Reform verschiedener Medienförderungen stellen weitere Gründe dar, warum wir unsere größten Ausgabeposten (Layout, Druck und Versand der Zeitschrift) aufgeben müssen.

Wir wollen uns allerdings, wie eingangs erwähnt, nicht endgültig verabschieden. Wir planen, unsere bestehende Website umzubauen und intensiver zu bespielen. Konkret wollen wir

  • die laufende Berichterstattung auf einen monatlichen Takt beschleunigen,
  • die bisherigen vier Schwerpunkte pro Jahr beibehalten, künftig unter der Rubrik „Thema“,
  • Rezensionen und Veranstaltungshinweise zeitnäher weitergeben können.

Auf diese neuen Inhalte wollen wir Sie künftig regelmäßig per E-Mail-Aussendung und Social Media-Eintrag hinweisen. Dazu schon heute eine große Bitte: Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse bekannt, die wir in unseren Verteiler aufnehmen dürfen (am besten per Kontaktformular auf unserer Website (s.o.) oder per E-Mail an: redaktion@lateinamerika-anders.org) – besten Dank!*

Wir setzen darauf, dass die Beweggründe für die Erscheinungsänderung für Sie nachvollziehbar sind. Wir hoffen außerdem, mit dieser Fortsetzungsankündigung die verschiedentlich provozierte Wehmut einzugrenzen und neue Perspektiven aufzeigen zu können. Konkret werden wir uns nach erfolgter Umstellung im Februar/März wieder bei Ihnen melden.

Wir bedanken uns für Ihre oftmals vieljährige Treue und hoffen, dass Sie uns auch in der neuen Form weiter Vertrauen schenken. Wenn Sie uns die Umstellung durch einen finanziellen Beitrag erleichtern können, freuen wir uns über Ihre Spende unter dem Kennwort „Umstellung“ (Kontodaten siehe Heftrückseite).

Mit solidarischen Grüßen

Das IGLA-Team

* Allfällige Rückfragen ebenfalls an diese Mailadresse