editorial

Kolumbien vor dem bevorstehenden Friedensschluss bildet den Schwerpunkt dieser Ausgabe: ein Leibthema unseres verstorbenen Werner Hörtner, der in Ralf Leonhard einen versierten Nachfolger gefunden hat.

Rechtsruck ist nicht nur in Europa ein geflügeltes Wort. Auch in Lateinamerika ist die Tendenz eindeutig und ist Gegenstand eines weiteren Schwerpunktes in diesem Heft. Für Lateinamerika anders ein Reizthema, wurde die IGLA doch in den 1970er Jahren in Solidarität mit dem Widerstand gegen die verbreiteten rechtsgerichteten Diktaturen am Subkontinent gegründet. Doch ob die aktuellen Entwicklungen schon eine Demokratiegefährdung implizieren, bleibt Gegenstand von Beobachtung und Diskussion.

Eine solche Gelegenheit bot sich am 7. April: Die IGLA lud anlässlich ihres 40jährigen Bestehens ins C3, um mit Unterstützung eines hochkarätigen Podiums die Wahltendenzen nicht zuletzt vor dem historischen Hintergrund einzuordnen. Befund: Es handelt sich insgesamt um eine Pendelbewegung, wie sie demokratisch verfasste Staaten auszeichnet, und die demokratischen Institutionen dürfen als vergleichsweise gefestigt gelten, um Gruppierungen, denen eine andere Ordnung vorschwebt und die jetzt auch Oberwasser bekommen, in Schach zu halten.

Die IGLA verstand sich zum Geburtstag jedoch nicht nur aufs angestrengte Diskutieren, sondern lud auch zum Feiern. Am 9. April war die Pfarre Akkonplatz Ort unserer Fiesta Cultural Latinoamericana. Den Auftakt bildete ein Aktionstheater, das mit Hilfe von lateinamerikanischen FreundInnen aus drei Ländern binnen kürzester Zeit aus der Taufe gehoben wurde und ein buntes wie auch besinnliches Spektakel bot.

Allerdings fiel uns das Feiern nicht ganz leicht, haben wir doch innerhalb weniger Monate das Ableben eines zweiten langjährigen Weggefährten zu verkraften: Viktor Sukup stürzte Ende Jänner beim Wandern auf seiner geliebten Kap Verden-Insel São Antão tödlich ab (s. Seite 36).

Jürgen Kreuzroither, Schlussredakteur